Christin Bach und Kerstin Schuster, zwei Frauen, heiraten in New York, am Times Square. Adventure Of Life Coaching. Blog „Angst vor Kritik“ von Kerstin Schuster
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Du hast Angst vor Kritik? Ganz ehrlich – ich kenne Niemand, der locker über einer Kritik steht, wenn sie einem präsentiert wird. Denn Kritik kann durchaus schmerzhaft sein. Sie kann uns verunsichern, uns zweifeln lassen und sogar davon abhalten, uns zu zeigen. Gerade Frauen und Kinder erleben oft, dass ihre Meinungen oder ihr Auftreten besonders kritisch beäugt werden. Ich sage – muss es nicht, daher biete ich dir 3 Gamechanger an. Let’s Go.

Grundsätzlich möchte ich vorausschicken, dass wir unterscheiden müssen zwischen Angst und Furcht wenn wir uns der Angst vor Kritik nähern. Ich verrate dir etwas aus meiner Privatschatulle. Ich hatte tatsächlich in den Anfängen meiner Beziehung mit Christin Angst vor Kritik wenn ich ein Foto wie dieses Öffentlich stellte.

Kerstin Schuster und Christin Bach. Adventure Of Life Coaching. Blog „Mehr Sichtbarkeit als Frau“ und Blog „Angst vor Kritik“

Und ganz ehrlich – heute liebe ich dieses Foto ❤️ – Denn die Welt darf sehen, dass wir glücklich sind. Die Welt darf auch sehen, dass Liebe unabhängig vom Geschlecht ist. Ob sich zwei Frauen lieben, zwei Männer lieben oder Mann und Frau – Liebe ist bedingungslos. Punkt.

Furcht hingegen ist ein Gefühl, das uns schützt. Sie warnt uns vor realen Gefahren, vor Situationen, in denen wir uns tatsächlich in Acht nehmen müssen. Doch Angst – vor allem die Angst vor Kritik – ist etwas anderes. Sie ist kein Warnsignal für eine unmittelbare Bedrohung, sondern ein Schatten, der uns begleitet. Selbst wenn überhaupt keine Gefahr in Sicht ist.

Viele Frauen kennen dieses Gefühl nur zu gut. Dieses Ziehen in der Brust, wenn man seine Meinung sagen will, aber die Stimme im Kopf flüstert: „Was, wenn sie dich auslachen?“ Oder dieses Unbehagen, das uns zurückhält, wenn wir etwas Neues wagen, weil da immer die Möglichkeit besteht, dass jemand sagt: „Das reicht nicht.“

Die Angst vor Kritik sitzt tief, weil sie nicht nur Worte für uns sind. Sie erinnert uns an all die Male, in denen wir als zu laut, zu leise, zu empfindlich oder zu fordernd bezeichnet wurden. An die Blicke, die uns das Gefühl gaben, nicht richtig zu sein. Nicht gut genug.

Zurückzuführen in unsere Kindheit, wo wir alle ausnahmslos einer Erziehung unterzogen wurden. Und da alle Ängste aufgrund unserer Erziehung erlernt wurden, ist sie die Summe all der Erwartungen, denen wir glauben, entsprechen zu müssen – perfekt, fehlerfrei, unangreifbar.

Doch hier liegt die Falle: Kritik wird es immer geben. Und je mehr wir uns anpassen, je mehr wir uns verbiegen, es allen recht machen wollen, je leiser wir werden, desto mehr verlieren wir uns selbst.

Ich habe in 30+ Jahren meiner Praxiszeit, wo ich als Heilpraktikerin & Osteopathin tausende von Menschen behandelt habe erlebt, was die Auswirkungen und Konsequenzen auf körperlicher Ebene sind. Die Praxen für Psychotherapie sind auf Monate voraus ausgebucht. Die Ausfallzeiten aufgrund von Ängsten in der Arbeitswelt steigen.

Die Wahrheit ist: Die Angst vor Kritik hat ihren Ursprung oftmals darin, nicht geliebt zu werden. Doch wer uns nur dann akzeptiert, wenn wir uns klein machen, liebt nicht uns – sondern das Bild, das er von uns sehen will.

Vielleicht ist es höchste Zeit, uns selbst zu fragen:

Was, wenn wir trotzdem sprechen? Was, wenn wir uns trauen, sichtbar zu sein, auch wenn das bedeutet, dass nicht jeder „Hurra“ schreit? Ja, Kritik kann wehtun. Aber sie definiert uns nicht. Hörst du? Sie definiert dich nicht!

Was uns wirklich ausmacht, ist unser Mut, trotz der Angst, wir selbst zu sein. Einmal Kritik bekommen kann für die Zukunft buchstäblich zur Angst vor Kritik werden. Sie wird dann schnell zu einer unsichtbaren Mauer, die uns daran hindert, unser Potenzial wirklich zu entfalten. Schau mal zurück in deine jungen Jahre und ich bin sicher, du wirst dich an das berühmte erste Mal erinnern.

Aber was wäre, wenn du Angst vor Kritik nicht mehr als Bedrohung, sondern als einen natürlichen Teil deines Wachstums sehen würdest?

Was wäre, wenn du Angst vor Kritik nicht länger als Hindernis, sondern als Sprungbrett nutzt? Als riesige Chance daran zu wachsen, selbstbewusster zu werden, selbstsicherer aufzutreten und deinen wahren Selbstwert zu erkennen.

Schwer vorstellbar oder? Lass uns zuerst verstehen, warum die Angst vor Kritik so tief sitzt – und dann, wie du sie überwinden kannst. Ich teile mit dir drei echte Gamechanger, die dich selbstbewusst nach vorne bringen.

Warum ist die Angst vor Kritik so mächtig?

Jeder Mensch wünscht sich Anerkennung. Will gesehen und ernst genommen werden. Doch während Männer oft für ihre Durchsetzungsstärke gelobt werden, werden Frauen für dasselbe Verhalten kritischer beurteilt. Ist das so? Ja – wissenschaftlich bewiesen.

Für die Brains unter Euch ein Link zur Studie zum nachlesen. Für die Nicht-Brains unter euch – scroll weiter zum 👉🏼

Eine Studie von Catalyst „The Double Bind of Women in Leadership (2014)“ befasst sich mit dem sogenannten “Double Bind”, bei dem Frauen, die Führungsqualitäten zeigen, oft sowohl als zu aggressiv als auch als nicht kompetent genug wahrgenommen werden.

Und Eagly, A. H., & Karau, S. J. belegt 2002 mit einer Studie „Role Congruity Theory of Prejudice Toward Female Leaders“, wie Frauen, die in Führungsrollen auftreten, oft als unangemessen oder weniger kompetent wahrgenommen werden, was zu einer größeren Anzahl negativer Bewertungen und Kritik führt.

• Link zur Quelle: Role Congruity Theory of Prejudice Toward Female Leaders (Google Scholar)

👉🏼 Das bedeutet im Klartext, dass Frauen, die sich öffentlich äußern, häufiger negatives Feedback erhalten als Männer. Das wiederum führt dazu, dass viele sich lieber zurückhalten, um Kritik zu vermeiden. Aus der Brille von Frauen macht das Sinn – löst aber nicht das Grundproblem an sich. Im Gegenteil.

Die Angst vor Kritik ist dabei kein individuelles Problem – sie ist tief in unserer Gesellschaft verankert. Hier sind drei gewichtige Gründe, warum sie besonders Frauen so stark betrifft:

Frühe Sozialisation: Frauen werden oft dazu erzogen, es „allen recht zu machen“ und Harmonie zu bewahren. Kritik zu bekommen fühlt sich daher besonders unangenehm an.

Unbewusste Vorurteile: Eine Studie der Harvard Business School zeigte, dass Frauen in Führungspositionen härter bewertet werden als Männer – oft für genau das gleiche Verhalten.

• Perfektionismus-Falle: Viele Frauen denken, sie müssten erst „perfekt“ sein, bevor sie sich sichtbar machen. Doch dieser Punkt wird nie kommen!

Here‘s the truth- hier kommt die Wiederholung von vorhin: Kritik wird es immer geben. Sie gehört einfach zum Leben. Der Unterschied liegt darin, wie du mit ihr umgehst. Auf welchen Acker in uns fällt der Samen einer Kritik. Und genau da setzen meine drei Gamechanger an.

Gamechanger 1

Hör auf, dich kleiner zu machen.

Wie oft hast du schon einen Gedanken zurückgehalten, aus Angst, dass er nicht gut genug sein könnte? Wie oft hast du dich entschuldigt, bevor du überhaupt etwas gesagt hast? Wie oft hast du einen Gedanken schon verworfen bevor du ihn zu Ende gedacht hast weil du zu viel Angst hast vor dem, was die anderen denken könnten?

Die Angst vor Kritik führt dazu, dass wir uns selbst begrenzen – bevor es überhaupt jemand anderes tun könnte.

Doch Sichtbarkeit und sich Groß machen bedeutet nicht, perfekt zu sein. Es bedeutet, mutig genug zu sein, sich zu zeigen – mit all den eigenen Stärken und unseren Schwächen. Lesetipp: Mehr Sichtbarkeit als Frau

Was kannst du aktiv selbst tun?

1. Selbstreflexion – Erkenne deine eigenen Zweifel – Wann hält dich die Angst zurück? In welchen Momenten machst du dich kleiner, als du bist? Sind es immer wieder ähnliche Situationen?

2. Selbstmotivation – Sprich dir selbst Mut zu – Ersetze Gedanken wie „Was, wenn ich kritisiert werde?“ durch „Was, wenn ich genau die richtigen Menschen mit meiner Botschaft erreiche?“ oder „Endlich ist es soweit, dass ich meine Botschaft mitteilen kann!“.

3. Feiere deine Erfolge – Gewohnheiten sind der zäheste Klebstoff. Daher braucht es neue Gewohnheiten und ich empfehle dir, schreib dir jeden Tag auf, was du Gutes bewirkt hast – egal, wie klein es ist. Egal wie unwichtig du denkst, dass es ist. Schreib es einfach aus. Wertschätzung beginnt immer mit den ganz kleinen Dingen im Leben.

Die Welt braucht viel mehr Frauen, die sichtbar sind. Also liegt es doch auf der Hand sich zu erlauben, den Raum einzunehmen, der uns ohnehin zusteht, oder?

Gamechanger 2

Lerne, Kritik als Katalysator zu nutzen

Hier siehst du mich an der Generalprobe wenige Tage vor meinem Auftritt, wo ich letzte Kritik – und glaub mir, klare, deutliche und intensive Kritik erhalten habe. Als Booster!

Trotzdem erkennst du anhand meiner Körperhaltung und meiner Mimik, dass ich nicht locker und entspannt bin, sondern fixiert und konzentriert auf mein Coach, der mich gerade „verbessert“.

Viele Menschen sehen Kritik jedoch als Angriff. Das habe ich auch an der Generalprobe erlebt. Schade für Diejenigen kann ich nur sagen. Doch was wäre, wenn du sie als Werkzeug zur Weiterentwicklung nutzen würdest – als eine Art Booster?

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Kritik in sehr vielen Teilen meines Lebens normal war aber ich habe gelernt mir selbst zu sagen – und jetzt erst Recht. Aufgeben war niemals eine Option und geht nicht, gibts auch nicht.

Unser Ego denkt ja immerfort und flüstert unserem Verstand ein, dass jede Kritik destruktiv ist. Was für ein Irrtum. Manchmal steckt darin wertvolles Feedback, das den Empfänger wachsen lässt. Ihn/Sie fordert, stretcht, an die Grenzen bringt und manchmal auch darüber hinaus.

Und selbst unfaire Kritik kann helfen – indem sie uns daran erinnert, dass wir uns nicht alles gefallen lassen müssen. Rechtzeitig einen Punkt setzen müssen- um uns zu schützen. Abzugrenzen. Ach das ist Wachstum, Selbstliebe und auch das nährt unseren Selbstwert.

Du merkst schon. Ich finde immer etwas Positives an Kritik.

3 Punkte, wie du Kritik für dich nutzen kannst.

• Unterscheide konstruktive von destruktiver Kritik. Frage dich: Ist diese Kritik hilfreich oder tatsächlich negativ?

• Lass nicht die Meinung anderer Leute dein Selbstbild bestimmen. Nur weil jemand etwas sagt, bedeutet das nicht, dass es wahr ist.

• Nimm dir bewusst Zeit für Reflexion. Anstatt sofort emotional zu reagieren, frage dich: „Was kann ich daraus lernen?“oder „Was hat das Universum mir heute wieder für eine Überraschung bereitet?“

Jede Angst vor Kritik verliert dann ihre Macht, wenn wir entscheiden, WIE wir mit ihr umgehen. Kritik kann dich entweder ausbremsen – oder dich auf die nächste Stufe bringen. Die Wahl liegt immer bei dir.

Gamechanger 3

Sei sichtbar – egal, was andere sagen

Zwei Frauen, Christin Bach und Kerstin Schuster heiraten in New York am Times Square. Adventure of Life Coaching. Blog, „Angst vor Kritik“ von Kerstin Schuster

Wir haben in New York geheiratet, zwei Frauen, mitten am Times Square umgeben von zig Tausend Menschen. Und wir haben unsere Trauung live nach Deutschland in Facebook gestreamt. Sichtbarer geht nicht mehr.

Und glaub‘ mir, hätte ich nicht Jahre Vorarbeit geleistet, um meine Ängste vor dieser Bühne nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, ich wäre vor Scham versunken.

Wir bekamen Beifall, Menschen freuten sich mit uns aber ein einziger Mann kritisierte es. Als wir zur Underground liefen. Er wünschte uns alles Gute aber findet es nicht gut, dass zwei Frauen heiraten dürfen rief er uns zu. Hat es uns gestört – auf keinen Fall. Sei sichtbar – egal, was andere sagen.

Merke: Wenn du dich sichtbar machst, wirst du kritisiert werden. Es gibt immer Menschen, die eine Meinung zu dir haben – egal, ob du laut oder leise bist, erfolgreich oder kämpfend, selbstbewusst oder unsicher.

Doch hier kommt die befreiende Erkenntnis: Es ist unmöglich, es allen recht zu machen.

Also, wenn du ohnehin nicht jedem gefallen kannst – warum dann nicht einfach DU selbst sein? Warum nicht deine Stimme nutzen, deine Meinung äußern, deine Geschichte erzählen?

Hier sind drei Dinge, die dir helfen, dich sichtbar zu machen – trotz der Angst vor Kritik:

1. Erinnere dich an dein „Warum“. Warum möchtest du sichtbar sein? Was ist deine Botschaft? Wenn dein „Warum“ stark genug ist, wird dich die Angst vor Kritik dich niemals aufhalten können.

2. Umgib dich mit Menschen, die dich stärken. Wer dich ständig klein hält, sollte keinen Platz in deinem Leben haben. Suche dir ein Netzwerk, das dich feiert.

3. Trainiere deine emotionale Resilienz. Sichtbarkeit erfordert innere Stärke. Entwickle Routinen, die dein Selbstbewusstsein stärken – sei es durch Meditation, Journaling oder den Austausch mit Gleichgesinnten.

Sichtbarkeit bedeutet nicht, laut zu schreien. Es bedeutet, klar zu stehen. Unerschütterlich. Authentisch. Echt.

Und jetzt?

Lass die Angst vor Kritik nicht über dein Leben bestimmen. Ein weiser Mentor, den ich sehr schätze bringt es auf den Punkt – „Jede Angst ist Todesangst. Die Angst vor dem Leben.“

Die Angst vor Kritik sollte niemals unser Leben kontrollieren. Kritik wird es immer geben – die Frage ist nur, wie du mit ihr umgehst.

Mit diesen drei Gamechangern wirst du lernen, dich nicht mehr länger kleiner zu machen, die Angst vor Kritik umzuwandeln und als Wachstumstool zu nutzen, um sichtbar zu sein. Egal, was andere denken.

Am Besten, du beginnst noch heute damit, dich zu zeigen? Geh raus in die Welt. Deine Stimme ist wichtig. Die Welt wartet auf dich.

Christin und ich unterstützen dich gerne mit unseren Tools, Programmen, Workshops, unserer Masterclass oder im persönlich im 1:1 – Klick hier für ein unverbindliches Gespräch!

Deine Kerstin

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